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15. April – 8. September 2019
Laurie Parsons - A Body of Work 1987

10. Juni - 13. Januar 2019
Die Zukunft der Zeichnung - Algorhythmus
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 2

11. November 2018 – 28. April 2019
Der Schrank von Ramon Haze



Ausstellung: Laurie Parsons - A Body of Work 1987
15. April 2018 – 8. September 2019 (Verlängert)


Laurie Parsons
Umbrella_21 / Dia-Scan

Die amerikanische Künstlerin Laurie Parsons wurde in den späten 1980er Jahren in der Kunstwelt bekannt und wandte sich nach einigen Ausstellungen von ihr ab, mit der engagierten Geste eines Kommitments für etwas Anderes.

Eine Ausstellung, die 1988 in der New Yorker Lorence-Monk Gallery und 1989 in der Kölner Galerie Rolf Ricke stattfand und den kompletten Verkauf an eine deutsche Privatsammlung zur Folge hatte, brachte die Künstlerin dazu, kein Werk mehr käuflich zu machen.

1990 zeigte die Ausstellung in der Lorence-Monk Gallery 1990 lediglich den Galerieraum und -betrieb, kein einziges künstlerisches Objekt: die Einladungskarte blanko, ohne Künstlernamen, nur Galerie. Danach öffnete und verunklärte sie die Grenzen von künstlerischer Produktion. Sie arbeitete mit Galeriepraktikanten und als Museums-aufsicht bzw. mit Museumsaufsichten, dann in Krankenhäusern und Schulen.

Sie beendete ihre Arbeit als Künstlerin mit der Feststellung, "that art must spread into other realms, into spirituality and social giving". Seither ist sie Sozialarbeiterin für Menschen, die psychisch behindert oder krank sind, die obdachlos wurden, die ins Gefängnis kamen. Sie vermeidet den Rückbezug auf die Kunst seit vielen Jahren, verleugnet auch, dass sie früher Künstlerin war.

Das verkaufte Konvolut aus den Galerienausstellungen 1988/89 wurde kürzlich wiederentdeckt und von Gaby und Wilhelm Schürmann erworben.

Es sind Funde, die zumeist aus der Umgebung von Parsons Atelier in New Jersey stammen – Liegengebliebenes aus Straßen, Natur- und Industriebrachen. Damals teilte Laurie Parsons mit, dass "deren Präsenz so kraftvoll wie die eines Kunstwerks ist".

In der Weise, wie sie diese alltäglichen Dinge in den Galerien anordnete (nach einem festen Schema, das als Verpflichtung in den Ankauf einging), deklarierte sie den Anfang ihrer Abkehr von der Kunstwelt.

Es war eine Rebellion, die in Anknüpfung an Lucy Lippards Satz von der "dematerialization of the art object" in den 1960er Jahren als eine "dematerialization of the art career" bezeichnet werden kann – die Entmaterialisierung einer Künstlerkarriere in den späten 1980er Jahren.

Die erneute Ausstellung der Objekte in einem Sammlungsraum des Museums Abteiberg wird realisiert von der Schürmann Stiftung und ergänzt durch einen Katalog mit Texten von Renate Puvogel sowie Maxwell Graham. (ST)


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DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: ALGORITHMUS
DAS NEUE IN DER SAMMLUNG ETZOLD - FOLGE 2
10. Juni 2018 - 13. Januar 2019
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 10. Juni, 12 Uhr


Frieder Nake, Walk through Raster Serie 7.1-2, 1966
Farbiger Siebdruck, 50 x 50 cm, Sammlung Etzold
© Frieder Nake, Foto: Uwe Riedel

"Die Zukunft der Zeichnung ist der Computer", sagte der Maler Karl Otto Götz im Jahr 1971. Dieser Satz aus den Erinnerungen von Hans Joachim und Berni Etzold ist Ausgangspunkt einer Neubetrachtung ihrer grafischen Sammlung. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden Werke der Sammlung Etzold in drei Folgen ihre heutige Gegenwärtigkeit demonstrieren.

Die erste Folge legte den Schwerpunkt auf Arbeiten der konstruktivistischen Avantgarde in den 1920er Jahren sowie auf die Wiederkehr des Konstruktiven seit den 1960er Jahren. Die zweite Folge rückt das einzigartige Konvolut der Computergrafik aus der Sammlung Etzold und deren Algorithmen ins Zentrum.

Frühe computergrafische Bilder von Herbert W. Franke, Manfred Mohr, Frieder Nake und Georg Nees sowie digital inspirierte Bilder von K.O. Götz zeigen verschiedenste Positionen der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von zeichnerischer Geste und programmierter Maschine.

Das Visionäre der 1960er und frühen 1970er Jahre steht jedoch nicht isoliert als kunstgeschichtlicher Rückblick, sondern trifft mit dem Künstlerduo Giulia Bowinkel und Friedemann Banz auf das Heute, in dem Algorithmen und Computergrafik allgegenwärtig sind und in der Gesellschaft einen neuen Stellenwert eingenommen haben.

Die beiden Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie erkunden in ihren Arbeiten, in welchen Formen das Digitale jenseits von Computerspielen und Werbung künstlerischer Ausdruck unserer Zeit werden kann.Zusätzlich zu einem Rahmenprogramm mit Vorträgen von Fachleuten und Künstlern findet begleitend zur Ausstellung ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für Schulklassen, Kinder und Jugendliche statt.

Zum ersten Vortrag im Rahmenprogramm lädt das Museum Abteiberg am Donnerstag, 21. Juni, um 19.30 Uhr ein. Dr. Ursula
Ströbele, Universität der Künste Berlin, spricht über Phänomene des Digitalen in der Kunst von den Anfängen der Computergrafik bis zur Virtual Reality. (FR)

2019: DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: KONZEPT
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 3


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DER SCHRANK VON RAMON HAZE
IM MUSEUM ABTEIBERG
11. November 2018 – 28. April 2019
Eröffnung: Sonntag, 11. November, 12 Uhr


o.T., Ramon Haze 2018

Erstmalig ist Der Schrank von Ramon Haze in einem Museum zu sehen. Eine Kunstsammlung des 20. Jahrhunderts, die aus der Zukunft kommt: Zusammengebracht von Ramon Haze, einem Sammler, der die Objekte der modernen Kunst wiederfindet und sie als Relikte einer verlorenen Erzählung betrachtet.

Der Schrank von Ramon Haze war ein Künstlerprojekt, das ein paar Jahre vor dem Ende des 20. Jahrhunderts in Leipzig stattfand. Relikte vergangener Staaten und der vergangenen Moderne, konkret all das, was in den 1990er Jahren in Architekturen stillgelegter Gesellschaftsformen auftauchte, versammelten Holmer Feldmann und Andreas Grahl 1996 in einer spektakulären Großinstallation.

Das Projekt verschwand aus der Wahrnehmung, bis es kürzlich wiederentdeckt wurde. Holmer Feldmann und Andreas Grahl, in den frühen 1990er Jahren Studenten an der HGB Leipzig und Absolventen der Klasse von Astrid Klein, verwahrten die Objekte in einer Scheune in Buscha, Thüringen und brachten sie in den vergangenen Jahren – angeregt durch aufmerksame Archäologen der jüngeren Kunstgeschichte – wieder vorsichtig an die Öffentlichkeit: Die vergangene Kunst-Science-Fiction des Ramon Haze als ein Lager verlassener Relikte einer kritischen Zeitepoche bzw. als ein Groß- und Zentralwerk der fiktionalen Kunst, die inzwischen als ein eigenes Genre bezeichnet werden kann.

Der Schrank von Ramon Haze ist im Museum Abteiberg in seiner bisher größten Präsentation zu sehen. Das Projekt wird begleitet von der Realisierung einen neuen, überarbeiteten und erweiterten Katalogs seiner Bestände, der am 16. Dezember erscheint. Diverse Raum- und Werktexte, ein neuer Film und experimentelle Führungen bringen die Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte zu einer ungeahnten Blüte.

Fiktion und Wahrheit sollte man dort selbst untersuchen, hier lediglich Hintergrundinformationen. So ein paar Sätze von Alexander Koch, der Feldmann und Grahl in ihrer eigenen Wiederentdeckung förderte:

"Leipzig 1996, sieben Jahre nach Mauerfall: Die Industrie-, Konsum- und Kulturgüterproduktion der DDR ist Vergangenheit, die Ding- und Begriffswelt des Sozialismus passé. Ende einer Ära. Holmer Feldmann und Andreas Grahl tragen aus leerstehenden Wohnungen und stillgelegten Fabriken lastwagenweise Urinale, Spielzeug, Eierbecher, Glaskolben und weitere Fundobjekte zusammen, die sie nach Hazes Anweisungen auf hunderten Quadratmetern zu einer außergewöhnlichen Installation zusammenfügen: dem Schrank. Sie studieren und verfeinern Duchamps Rezeptur zur semantischen Transformation von Alltagsgegenständen und verwandeln ihr gewaltiges Altstofflager in eine Pinakothek der modernen und zeitgenössischen Kunst. Mitten in der Stadt geben sich bald die Leipziger am Eingang zur Sammlungsausstellung die Klinke in die Hand und sind so verwirrt wie die postsozialistischen Zeiten selbst: Was ist denn nun wichtig und richtig? Was nicht? Und warum? (...)

Zwischen 1996 und 1999 war die Kunstsammlung "Der Schrank von Ramon Haze" wohl eine der originellsten und substantiellsten künstlerischen Reaktionen auf den postsozialistischen Epochenumschwung, auf die Revision (kunst-)historischer Narrative und die neue Sammlungspolitik staatlicher Museen. Letztere nahmen übrigens den Schrank bislang nicht in ihr Mobiliar auf. Hazes Sammlung ist heute so vergessen wie die Kulturepoche des 20. Jahrhunderts in dessen eigener Erzählung. (...)

Willkommen im Schrank!" (ST)

PROGRAMM

11. November 2018, 14 Uhr
Ausstellungsgespräch mit Holmer Feldmann und Andreas Grahl

2. Dezember 2018, 16 Uhr
Premiere des neuen Films zur Kunstsammlung
Der Schrank von Ramon Haze

16. Dezember 2018, 16 Uhr
Der Schrank von dem Detektiv der Künste, dem Künstler und Sammler Ramon Haze

Katalogpräsentation

22. November 2018 & 20. Dezember 2018, 19 Uhr
Experimentelle Führungen


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