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15. April – 8. September 2019
Laurie Parsons - A Body of Work 1987

3. Februar 2019 – 1. September 2019
Die Zukunft der Zeichnung - Konzept
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 3

26. Mai – 15. September 2019
Cécile B. Evans: Amos' World



Ausstellung: Laurie Parsons - A Body of Work 1987
15. April 2018 – 8. September 2019 (Verlängert)


Laurie Parsons
Umbrella_21 / Dia-Scan

Die amerikanische Künstlerin Laurie Parsons wurde in den späten 1980er Jahren in der Kunstwelt bekannt und wandte sich nach einigen Ausstellungen von ihr ab, mit der engagierten Geste eines Kommitments für etwas Anderes.

Eine Ausstellung, die 1988 in der New Yorker Lorence-Monk Gallery und 1989 in der Kölner Galerie Rolf Ricke stattfand und den kompletten Verkauf an eine deutsche Privatsammlung zur Folge hatte, brachte die Künstlerin dazu, kein Werk mehr käuflich zu machen.

1990 zeigte die Ausstellung in der Lorence-Monk Gallery 1990 lediglich den Galerieraum und -betrieb, kein einziges künstlerisches Objekt: die Einladungskarte blanko, ohne Künstlernamen, nur Galerie. Danach öffnete und verunklärte sie die Grenzen von künstlerischer Produktion. Sie arbeitete mit Galeriepraktikanten und als Museums-aufsicht bzw. mit Museumsaufsichten, dann in Krankenhäusern und Schulen.

Sie beendete ihre Arbeit als Künstlerin mit der Feststellung, "that art must spread into other realms, into spirituality and social giving". Seither ist sie Sozialarbeiterin für Menschen, die psychisch behindert oder krank sind, die obdachlos wurden, die ins Gefängnis kamen. Sie vermeidet den Rückbezug auf die Kunst seit vielen Jahren, verleugnet auch, dass sie früher Künstlerin war.

Das verkaufte Konvolut aus den Galerienausstellungen 1988/89 wurde kürzlich wiederentdeckt und von Gaby und Wilhelm Schürmann erworben.

Es sind Funde, die zumeist aus der Umgebung von Parsons Atelier in New Jersey stammen – Liegengebliebenes aus Straßen, Natur- und Industriebrachen. Damals teilte Laurie Parsons mit, dass "deren Präsenz so kraftvoll wie die eines Kunstwerks ist".

In der Weise, wie sie diese alltäglichen Dinge in den Galerien anordnete (nach einem festen Schema, das als Verpflichtung in den Ankauf einging), deklarierte sie den Anfang ihrer Abkehr von der Kunstwelt.

Es war eine Rebellion, die in Anknüpfung an Lucy Lippards Satz von der "dematerialization of the art object" in den 1960er Jahren als eine "dematerialization of the art career" bezeichnet werden kann – die Entmaterialisierung einer Künstlerkarriere in den späten 1980er Jahren.

Die erneute Ausstellung der Objekte in einem Sammlungsraum des Museums Abteiberg wird realisiert von der Schürmann Stiftung und ergänzt durch einen Katalog mit Texten von Renate Puvogel sowie Maxwell Graham. (ST)


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Die Zukunft der Zeichnung: Konzept
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 3

3. Februar 2019 – 1. September 2019
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 3. Februar, 12 Uhr

Über einen Zeitraum von drei Jahren wird die Sammlung Etzold, die sich seit 1970 als Dauerleihgabe in Mönchengladbach befindet, unter dem Gesichtspunkt der Zeichnung neu betrachtet. Die erste Folge legte den Schwerpunkt auf Arbeiten der konstruktivistischen Avantgarde in den 1920er Jahren sowie auf die Wiederkehr des Konstruktiven seit den 1960er Jahren. Die zweite Folge (noch zu sehen bis 13. Januar) rückte das Konvolut der Computergrafik und deren Algorithmen ins Zentrum. Die dritte und letzte Folge nimmt den Begriff KONZEPT in den Blick. Welche Auffassung von "Zeichnung" ist künstlerischen Arbeiten eigen, die weniger von einer individuellen handwerklichen Geste ausgehen als vielmehr von Konzepten in Form von Handlungsanweisungen und Systematiken, deren Ausführung nach vorbestimmten Strukturen abläuft?

Zu sehen sind Werke aus den 1960er und 70er Jahren unter anderem von Christo, Marcel Broodthaers, Stanley Brouwn, Hanne Darboven, Marcel Duchamp, Michael Heizer, Sol LeWitt und Konrad Sieben sowie eine zeitgenössische Position: Thomas Locher ist mit einer ortsspezifischen Arbeit vertreten und realisiert im Museumscafé anlässlich dieser Ausstellung seine Wandarbeit Imperative / Aufforderungen, Befehle und Kommandos.

An die Kabinettausstellung schließen sich neu gestaltete Sammlungsbereiche an, die im Bezug zu den Werken aus der Sammlung Etzold stehen. Neben Marcel Duchamp und Donald Judd liegt ein Schwerpunkt auf dem Ende November 2018 verstorbenen Künstler Robert Morris. (FR)


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Cécile B. Evans: Amos' World
26. Mai – 15. September 2019
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 26. Mai, 12 Uhr


Cécile B. Evans, Amos’ World, Episode One, 2017, Film Still

"Amos’ World" ist eine fiktive Fernsehserie, die von einem progressiven Wohnkomplex, seinem Architekten und seinen Bewohnern handelt, denen die Verheißungen dieses Gebäudes zunehmend befremdlich werden. Amos' Plan des perfekt vernetzten individuell-gemeinschaftlichen Wohnkonzepts wird zerstört, als die Bewohner beginnen zu begreifen, wie sehr ihre Handlungen von den wirklichen Räumen dieser Architektur beeinflusst werden. Eine Allegorie für unsere Existenz in konstruierten Realitäten scheint auf in diesem Moment, da die Emotionen der Bewohner eine Rebellion beginnen, die sich gegen all die technologischen, ideologischen und physischen Strukturen richtet, deren Sinn es war, sie und uns zu beherrschen.

Die in London lebende belgisch-amerikanische Künstlerin Cécile B. Evans zeigt eine Installation aus drei Filmen, die – an mehreren Orten mit unterschiedlichen Medien gedreht – Unterscheidungen zwischen Wirklichkeit und Simulation verunklärt. Das Publikum sitzt bei der Betrachtung dieser Filmserie in Auditorien, die den Architekturen der Filme entstammen könnten. In den Museumsräumen erscheinen Materialien vom Filmset, die zu Skulpturen geworden sind. Das multidisziplinäre Projekt wurde realisiert in einer Koproduktion des Museums Abteiberg mit dem mumok Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig in Wien, Tramway in Glasgow, der Galerie Emanuel Layr Rom/Wien und FRAC Lorraine in Metz, unterstützt durch Art Night London, Museo Madre in Neapel, die Renaissance Society in Chicago, Glasgow International, Villa Merkel in Esslingen und Chateau Shatto in Los Angeles. Das Museum Abteiberg zeigt alle drei Episoden sowie Kulissen und Materialien aus der Filmproduktion, die Cécile B. Evans in einer Existenz als Skulpturen präsentiert.

Zum Abschluss des Projekts Amos’ World erscheint im Herbst 2019 eine dokumentarische Publikation. Vorab findet während der Ausstellung im Museum Abteiberg ein Film- und Diskussionsprogramm statt, das die inhaltlichen Bezüge ihrer Arbeit darstellt. Termine der Veranstaltungen folgen.

Die Beteiligung des Museums Abteiberg an diesem Projekt wurde ermöglicht durch großzügige Förderung der Kunststiftung NRW und der Hans Fries-Stiftung. (ST)


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