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15. April – 2. September 2018
Laurie Parsons - A Body of Work 1987

10. Juni - 13. Januar 2019
Die Zukunft der Zeichnung - Algorhythmus
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 2

24. Juni - 14. Oktober 2018
Britta Thie - TRUTH_RUTH



Ausstellung: Laurie Parsons - A Body of Work 1987
15. April – 2. September


Laurie Parsons
Umbrella_21 / Dia-Scan

Die amerikanische Künstlerin Laurie Parsons wurde in den späten 1980er Jahren in der Kunstwelt bekannt und wandte sich nach einigen Ausstellungen von ihr ab, mit der engagierten Geste eines Kommitments für etwas Anderes.

Eine Ausstellung, die 1988 in der New Yorker Lorence-Monk Gallery und 1989 in der Kölner Galerie Rolf Ricke stattfand und den kompletten Verkauf an eine deutsche Privatsammlung zur Folge hatte, brachte die Künstlerin dazu, kein Werk mehr käuflich zu machen.

1990 zeigte die Ausstellung in der Lorence-Monk Gallery 1990 lediglich den Galerieraum und -betrieb, kein einziges künstlerisches Objekt: die Einladungskarte blanko, ohne Künstlernamen, nur Galerie. Danach öffnete und verunklärte sie die Grenzen von künstlerischer Produktion. Sie arbeitete mit Galeriepraktikanten und als Museums-aufsicht bzw. mit Museumsaufsichten, dann in Krankenhäusern und Schulen.

Sie beendete ihre Arbeit als Künstlerin mit der Feststellung, "that art must spread into other realms, into spirituality and social giving". Seither ist sie Sozialarbeiterin für Menschen, die psychisch behindert oder krank sind, die obdachlos wurden, die ins Gefängnis kamen. Sie vermeidet den Rückbezug auf die Kunst seit vielen Jahren, verleugnet auch, dass sie früher Künstlerin war.

Das verkaufte Konvolut aus den Galerienausstellungen 1988/89 wurde kürzlich wiederentdeckt und von Gaby und Wilhelm Schürmann erworben.

Es sind Funde, die zumeist aus der Umgebung von Parsons Atelier in New Jersey stammen – Liegengebliebenes aus Straßen, Natur- und Industriebrachen. Damals teilte Laurie Parsons mit, dass "deren Präsenz so kraftvoll wie die eines Kunstwerks ist".

In der Weise, wie sie diese alltäglichen Dinge in den Galerien anordnete (nach einem festen Schema, das als Verpflichtung in den Ankauf einging), deklarierte sie den Anfang ihrer Abkehr von der Kunstwelt.

Es war eine Rebellion, die in Anknüpfung an Lucy Lippards Satz von der "dematerialization of the art object" in den 1960er Jahren als eine "dematerialization of the art career" bezeichnet werden kann – die Entmaterialisierung einer Künstlerkarriere in den späten 1980er Jahren.

Die erneute Ausstellung der Objekte in einem Sammlungsraum des Museums Abteiberg wird realisiert von der Schürmann Stiftung und ergänzt durch einen Katalog mit Texten von Renate Puvogel sowie Maxwell Graham. (ST)


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DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: ALGORITHMUS
DAS NEUE IN DER SAMMLUNG ETZOLD - FOLGE 2
10. Juni 2018 - 13. Januar 2019
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 10. Juni, 12 Uhr


Frieder Nake, Walk through Raster Serie 7.1-2, 1966
Farbiger Siebdruck, 50 x 50 cm, Sammlung Etzold
© Frieder Nake, Foto: Uwe Riedel

"Die Zukunft der Zeichnung ist der Computer", sagte der Maler Karl Otto Götz im Jahr 1971. Dieser Satz aus den Erinnerungen von Hans Joachim und Berni Etzold ist Ausgangspunkt einer Neubetrachtung ihrer grafischen Sammlung. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden Werke der Sammlung Etzold in drei Folgen ihre heutige Gegenwärtigkeit demonstrieren.

Die erste Folge legte den Schwerpunkt auf Arbeiten der konstruktivistischen Avantgarde in den 1920er Jahren sowie auf die Wiederkehr des Konstruktiven seit den 1960er Jahren. Die zweite Folge rückt das einzigartige Konvolut der Computergrafik aus der Sammlung Etzold und deren Algorithmen ins Zentrum.

Frühe computergrafische Bilder von Herbert W. Franke, Manfred Mohr, Frieder Nake und Georg Nees sowie digital inspirierte Bilder von K.O. Götz zeigen verschiedenste Positionen der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von zeichnerischer Geste und programmierter Maschine.

Das Visionäre der 1960er und frühen 1970er Jahre steht jedoch nicht isoliert als kunstgeschichtlicher Rückblick, sondern trifft mit dem Künstlerduo Giulia Bowinkel und Friedemann Banz auf das Heute, in dem Algorithmen und Computergrafik allgegenwärtig sind und in der Gesellschaft einen neuen Stellenwert eingenommen haben.

Die beiden Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie erkunden in ihren Arbeiten, in welchen Formen das Digitale jenseits von Computerspielen und Werbung künstlerischer Ausdruck unserer Zeit werden kann.Zusätzlich zu einem Rahmenprogramm mit Vorträgen von Fachleuten und Künstlern findet begleitend zur Ausstellung ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für Schulklassen, Kinder und Jugendliche statt.

Zum ersten Vortrag im Rahmenprogramm lädt das Museum Abteiberg am Donnerstag, 21. Juni, um 19.30 Uhr ein. Dr. Ursula
Ströbele, Universität der Künste Berlin, spricht über Phänomene des Digitalen in der Kunst von den Anfängen der Computergrafik bis zur Virtual Reality. (FR)

2019: DIE ZUKUNFT DER ZEICHNUNG: KONZEPT
Das Neue in der Sammlung Etzold - Folge 3


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BRITTA THIE
TRUTH_RUTH
24. Juni - 14. Oktober
Ausstellungseröffnung: Sonntag, 24. Juni, 12 Uhr


Britta Thie, FLEX, 2018
Foto: Britta Thie

Britta Thie realisiert in Mönchengladbach ein Projekt, das mit verschiedenen Medien operiert: einer Fernsehserie, einer Museumsausstellung und einer Ausstellung in einem Elektro-Supermarkt. Es geht um das Mikro-Universum einer Shopping Mall, um soziale Medien und um die heutige Realität von Teenagern, die Malls und Medien nutzen, um sich darzustellen. Die Phänomene von Selbstinszenierung, -medialisierung und -fiktionalisierung werden zum Thema in einem Plot, den Thie gemeinsam mit Jugend-lichen in Mönchengladbach entwirft.

In mehreren Episoden wird eine Gruppe von jungen Menschen portraitiert, die sich nachmittags in Elektronik- und Fashion-Stores bei Frozen Yoghurt und Smoothies zwischen USB-Sticks und Location-Tags verlieben und verlinken. Basierend auf den persönlichen Geschichten der Jugendlichen entwickelt sich die Storyline im Dialog mit der Künstlerin, den Teenagern sowie professionellen SchauspielerInnen.

Britta Thie, geboren 1987 in Minden, studierte an der Berliner Universität der Künste und an der Cooper Union in New York, 2013 wurde sie Meisterschülerin von Hito Steyerl. Seit ihrer Jugend beschäftigt sie das Medium Fernsehen.

Damals spielte sie es nach, jetzt thematisiert sie es, indem sie in populäre Genres wie Daily Soaps oder die jetzt aktuellen Webserien im Internet eigene Plots einführt.

Diese lassen das Wirken dieser Genres präziser erkennbar werden, auch die Faszination und die Selbstidentifikation, die sie beim Publikum auslösen. 2015 wurde Britta Thie durch die Webserie Translantics in weiten Kreisen der Kunst- und Medienszene bekannt (Produktion Schirn Kunsthalle Frankfurt mit ARTE).

Im Jahr 2017 zeigte das Museum Abteiberg in der Ausstellung "Von den Strömen der Stadt" die verschiedenen Filmformate und -identitäten Thies: als eine Drehbuchautorin, Set- und Themenscout, Regisseurin und Schauspielerin, die immer wieder auf die Notwendigkeit verweist, Gegenwartskunst im Kontext der Gegenwartsmedien zu betreiben. (ST)

Informationen zur Künstlerin:

www.brittathie.tv


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