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Frühere Ausgaben der Mitteilungen

Mitteilungen September / Oktober / November 2021

01 Jahreshauptversammlung
02 Ausstellungsbesuch in der Citykirche
03 Trouvaillen - Jahresgabenausstellung 2021
04 Kassettenkataloge
05 MG_Artfriends
06 Übrigens...
07 Ausstellung Schenkung Outset
08 Ausstellung Ghislaine Leung
09 in memoriam Erik und Dorothee Andersch
10 Restaurierung Claes Oldenburg
11 Kurse in den Herbstferien
12 Programm
13 Öffnungszeiten
14 Impressum

Claes Oldenburg, Soft Inverted Q (Weiches umgedrehtes Q), 1976-79, Beton mit farbiger Kunststoffbeschichtung, montiert auf Eisenplatte, 185 x 170 x 170 cm, (Eisenplatte 2 x 168 x 138 cm), Exemplar 2/4, Foto: Museum Abteiberg
Claes Oldenburg, Soft Inverted Q (Weiches umgedrehtes Q), 1976-79
Beton mit farbiger Kunststoffbeschichtung, montiert auf Eisenplatte
185 x 170 x 170 cm,(Eisenplatte 2 x 168 x 138 cm), Exemplar 2/4
Foto: Museum Abteiberg




Jahreshauptversammlung
Donnerstag, 7. Oktober
19.30 Uhr

Liebe Mitglieder des Museumsverein Abteiberg,

bitte notieren Sie bereits jetzt den Termin der nächsten Jahreshauptversammlung im Museum Abteiberg. Unter Berücksichtigung aller Hygienevorgaben hoffen wir darauf, die Versammlung erneut inmitten der Museumsräume stattfinden lassen zu können. Wir werden das Procedere möglichst kurzweilig gestalten und wünschen uns anschließend, sofern möglich, einen gemeinsamen Ausklang bei einem kleinen Umtrunk. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Eine Einladung mit Tagesordnung folgt im September. (CK)


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Ausstellungsbesuch in der Citykirche "Klaus Schmitt: Säule + Wand"
Freitag, 12. November
ab 15:00 Uhr


Klaus Schmitt, Säule + Wand, 2021, Arbeitsbeispiel von 2008 für die Citykirche. Foto: Klaus Schmitt
Klaus Schmitt, Säule + Wand, 2021, Arbeitsbeispiel von 2008 für die Citykirche.
Foto: Klaus Schmitt


Seit mehreren Jahren sucht die Citykirche den Dialog mit der Kunst und Kultur. Musik, Theater, bildende Kunst, Film sowie Literatur öffnen den Menschen für neue Erfahrungen.

Vorträge zu gesellschaftspolitischen Themen helfen, Fragen der Zeit zu überdenken. Darüber hinaus stehen Ausstellungen und Konzerte auf dem Programm.

In der Zeit vom 29. Oktober bis 26. November stellt Klaus Schmitt, Künstler aus Mönchengladbach, eine Auswahl seiner Werke in dem atmosphärischen Kirchenraum aus.

Die Gemälde, in der Regel großformatige Aquarelle, spielen mit den Motiven Kreuz, Stern, Kreis sowie Chaos und deren Variationen, die als Bildraum gebende Elemente lange Zeit schon Thema im Werk des Künstlers sind.

Darüber hinaus plant Schmitt eine große Plastik für eine steinerne Säule des Mittelschiffs vor dem Chor. Der eigens für die Ausstellung gefertigte, leicht schwebende plastische Körper aus Holz und Papier wird die massive Säule als Durchblicke freigebendes Konstrukt umfangen, und so bewusst den Blick auf die Stütze, Gewölbe und Kirchenraum befragen.

Vor allem aber korrespondiert die Plastik mit der diagonal gegenüberliegenden Säule des nordöstlichen Mittelschiffs, die seit der Sanierung der Kirche durch einen gewaltigen hölzernen Informationsschalter beherrscht wird.

Mit der Dualität von Skulptur (Säule) und Malerei (Wand) geht Klaus Schmitt in der Citykirche eine dialogische Verbindung mit dem sakralen und zugleich weltlichen Ort ein.

Der Künstler sowie Christoph Simonsen, Pfarrer und Cityseelsorger, haben sich für ein Gespräch mit den Besuchern zur Ausstellung bereit erklärt.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme. Es gelten die dann aktuellen Hygienerichtlinien.

Treffpunkt 15 Uhr Eingang Citykirche,
Alter Markt, 41061 Mönchengladbach

Moderation Dr. Christian Krausch
Kostenbeitrag 15 EUR

Anmeldung ab sofort im Sekretariat des Museumsvereins unter den bekannten Nummern (siehe Impressum). Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins.


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Trouvaillen
Jahresgabenausstellung 2021
ab 18. November


Uwe Hillekamp, Trouvaillen, Montage verschiedener Jahresgaben aus dem Bestand, 2020


Dieses Jahr möchten wir gerne eine andere Art der Jahresgabenpräsentation vorstellen. Sofern unsere Jahresgaben nicht sofort vergriffen sind, erleben sie ein zurückgezogenes Dasein in unserem Archiv. Und da hat sich in fast fünf Jahrzehnten einiges angesammelt.

Obwohl alle noch verfügbaren Jahresgaben auf unserer Website erforscht werden können, ist es an der Zeit, einige dieser TROUVAILLEN einmal erneut real ans Licht und in Erinnerung zu holen. Genau das ist für diesen Herbst geplant.

Gemeinsamkeit der ausgewählten Exponate ist dabei die Reduzierung auf die Nichtfarben Schwarz und Weiß sowie deren Abwandlungen Grau und Silber. Diese bewusste Begrenzung kann als Form der Besinnung verstanden werden am Ende eines abermals turbulenten, durch Pandemie und Klimaereignisse geprägten Jahres.

So präsentieren wir besondere Fundstücke wie die beiden Schwarz-Weiß-Fotos "ohne Titel" von Peter Campus von 1988-90 für je 380 EUR, oder den Kupfertiefdruck "viertausendvierhundertachtundsiebzig" von Simon Beer aus dem Jahr 1999 zum Preis von 195 EUR. Neben Jens Ullrichs C-Print "Vase" (100 EUR) und Hans Holleins "Podest für die unsichtbare Plastik von Joseph Beuys" (250 EUR) zeigen wir auch die beiden auf MDF montierten Pigmentdrucke auf Leinwand "Compressed Ceilings" von Diango Hernández für je 1.200 EUR sowie eine Auswahl der 12 Fotografien "Défense d’entrer, Dinard" von Benjamin Katz für 480 EUR pro Motiv. Auch die Pigment-Prints auf Barytpapier BPVL von Anne Pöhlmann für je 300 EUR, die sich auf eine überstrichene Wandarbeit von Blinky Palermo in den ehemaligen Büroräumen der Firma Van Laack beziehen, sowie die lange nicht gezeigte Mappe "Zukunftskrieg" von Horst Münch (150 EUR), sollen neben vielen weiteren Drucken und Objekten im Jahresgabenraum präsentiert werden.

Neue Jahresgaben werden wir dieses Jahr also nicht anbieten. Grund dafür ist die nach wie vor pandemiebedingte komplexe Situation.

Zugleich erlaubt uns der Rückgriff auf Bewährtes ein wenig mehr Zeit und Freiraum für ein geplantes Jahresgabenprojekt 2022, einem Jubiläumsjahr.

40 Jahre Museum Abteiberg, 50 Jahre Jahresgaben und 120 Jahre Museumsverein geben Grund zum Feiern. Entsprechend arbeiten wir bereits jetzt an einer besonderen Jahresgabenaktion für dieses spezielle Jahr.

Weitere Informationen dazu, wie auch zur kommenden Eröffnung am 18. November, folgen. Bleiben Sie neugierig. (CK)


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Kassettenkataloge des Musum Abteiberg


Kassettenkataloge des Städtischen Museums Mönchengladbach
Foto: Museumsverein Abteiberg


Wie in der letzten Ausgabe der Mitteilungen berichtet, kann der Museumsverein seinen Mitgliedern ein Konvolut von Kassettenkatalogen zum Kauf anbieten, die Johannes Cladders zwischen 1967 – 1978 teilweise in enger Kooperation mit den jeweiligen Künstler*innen als Ausstellungsdokumentationen herausgebracht hat.

Neben den Bestandskatalogen "Beleg I" und "Beleg II" sowie den Überblicksausstellungen "Postkarten", "Programm Zufall System" und "Rationale Spekulationen", sind jetzt nur noch die monografischen Werke James L. Byars, Joel Fischer, Jonas Hafner, Richard Long sowie Giulio Paolini erhältlich.

Weitere Informationen zu den Katalogen sind auf unserer Website hinterlegt oder können telefonisch in der Geschäftsstelle des Vereins erfragt werden. (CK)

Link zu den Kassettenkatalogen


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MG_Artfriends




Aktuelle Informationen zu den Veranstaltungen – insbesondere zu den pandemiebedingten Einschränkungen – findet ihr zeitnah auf Facebook und Instagram auf den MG_Artfriends Kanälen.

Samstag, 25. September
Glück im Garten #2

Unser Skulpturengarten im Museum Abteiberg kann durch ein Picknick in zweierlei Hinsicht genossen werden: kulinarisch und visuell. Wer möchte, bringt Picknickdecke und Verpflegung mit, um bei Musik den Garten sowie das Programm zu genießen.

Unter anderem wird der Künstler Dennis Afraz seine digitale NFT-Kunst mit einer von ihm konzipierten App sicht- und veränderbar machen. Zusätzlich gibt es Führungen zum Skulpturengarten und eine neue Ausgabe des Zeichenkurs MG_Ausgezeichnet.

Der Eintritt ist kostenlos.

Treffpunkt: Skulpturengarten des Museums Abteiberg – ab 12 Uhr

Samstag, 23. Oktober
Biketour TextilRoute MG

Mönchengladbach war einst eine florierende Textilstadt – aufgrund dieses kulturellen Erbes fahren wir mit dem Fahrrad gemeinsam die neu konzipierte TextilRoute ab und lernen mehr über die Tradition der Stadt, damit ihre einstigen Innovationen und deren internationale Bedeutung kennen.

Treffpunkt: Haupteingang Museum Abteiberg – 16 Uhr

Dritter Donnerstag, 18. November

Welcome back zum digitalen Jour Fixe. Anlässlich der ungewissen Pandemielage wird der Youtube-Kanal wieder genutzt: Zu Gast wird unter anderem Wolfgang Sombert sein, der uns als Musiker, Kulturschaffender und Mitarbeiter des Museums einen Einblick in die Entwicklung der Stadt aus Sicht der Institutionen und der freien Szene in der Kultur verschafft.

Und vergesst nicht den Podcast, den ihr bei Spotify und im Web unter MG_Artfriends findet.

Viel Spaß beim reinhören! (JK)


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Übrigens...

freuen wir uns sehr über die Unterstützung bei der Redaktion der Mitteilungen.

Konkret suchen wir ein in Rechtschreibung und Grammatik sicheres Mitglied, das sich quartalsmäßig dem Lektorat der Mitteilungen annimmt. Für die ehrenamtliche Zusammenarbeit sind EDV-Kenntnisse (Word / Mail) notwendig.

Gerne stehen wir für Rückfragen zur Verfügung. (CK)


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Schenkung Outset
KW Production Series im Museum Abteiberg
Andrea Büttner, Jamie Crewe, Beatrice Gibson, Onyeka Igwe, Lin & Lam, Rachel O'Reilly

26. September 2021 – 13. Februar 2022
Eröffnung: Sonntag, 26. September, 12 Uhr

Jamie Crewe, Pastoral Drama, 2018. Courtesy the artist
Jamie Crewe, Pastoral Drama, 2018, Courtesy Jamie Crewe


Das Museum Abteiberg freut sich über die großzügige Schenkung von "OUTSET Germany_Switzerland", bestehend aus den sechs Filmproduktionen der "KW Production Series" (2018 – 2020).

Die Serie umfasst filmbasierte Arbeiten von Künstler*innen unterschiedlicher Generationen, medialer Ansätze und künstlerischer Praktiken. Nach den Online-Screenings, die im Frühjahr stattfanden, zeigt das Museum Abteiberg die ganze Serie im Kontext der Sammlung.

Sechs neue Werke von Andrea Büttner, Jamie Crewe, Beatrice Gibson, Onyeka Igwe, Lin & Lam und Rachel O‘Reilly werden in die ständige Sammlung aufgenommen und erweitern den multimedialen Sammlungsbestand im Museum Abteiberg.

Die Schenkung stellt eine wichtige Ergänzung zu den bestehenden Positionen medienbasierter Kunst dar, zu denen Werke von Hanne Darboven, David Lamelas, Robert Morris, Gordon Matta Clark, Mark Leckey, Jeroen de Rijke/Willem de Rooij und Tacita Dean sowie die kürzlich erworbenen Produktionen von Cécile B. Evans, Steve McQueen, Britta Thie und Hiwa K gehören.

Die KW Production Series ist ein Projekt, das sich dem künstlerischen Bewegtbild widmet und 2018 vom KW Institute for Contemporary Art in Zusammenarbeit mit "OUTSET Germany_Switzerland" und der "Julia Stoschek Collection" initiiert wurde. Es wird von Mason Leaver-Yap produziert. Die Präsentation im Museum Abteiberg wird von Haris Giannouras kuratiert.

Im Kontext der Ausstellung entsteht ein Vermittlungsraum im Graphischen Kabinett. (HG)


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Ghislaine Leung Portraits
verlängert bis 21. November 2021

Austausch

Ghislaine Leung, Arches, 2021, Courtesy: die Künstlerin und Maxwell Graham / Essex Street, New York, Foto: Achim Kukulies
Ghislaine Leung, Arches, 2021
Ausstellungsansicht im Museum Abteiberg
Courtesy: Ghislaine Leung und Maxwell Graham/Essex Street, New York
Foto: Achim Kukulies


Ein Austausch ist eine Beziehung: Es ist eine auf Abstand gehaltene Beziehung.

Von einem Event statt von einem Objekt zu sprechen, ist ein Versuch, diese Beziehung anzuerkennen und eine Verschiebung von der konkreten Form hin zum Kontext der Form darzustellen. Es geht in dieser Verschiebung nicht etwa um eine Eliminierung (von Objekten), sondern eher um eine Einbeziehung (von kontextuellen Überlegungen).

Häufig denkt man, dies durch einen Modus von Transparenz darzustellen: mit einem Zeigen der Mittel. Anders als derartige Forderungen nach Enthüllung rührt das Denken unter dem Gesichtspunkt des Events an das, was durch diese Art einer Entblößung eher verdeckt werden könnte.

Es geht dann nicht nur um Mittel, sondern auch um Sequenz und Umfeld; anstelle von Dichte oder Undurchdringlichkeit, Opakheit. In diesem Sinne bedeutet das Sprechen über das Event anstatt über das Objekt nicht, dass die Form bedeutungslos wird, sondern vielmehr, dass versucht wird, die kontextuellen Parameter hin auf Formen des Austauschs zu erweitern.

Der Begriff "Kontext" beschwört weiße Wände und Beschilderung, Presseerklärungen und Museumswärter*innen: eine Aufmerksamkeit für die Infrastruktur, die als gleichbedeutend mit Institutionskritik gilt. Die Verwendung des Begriffs "Inhalt" ist da weithin abwesend und scheint so unpassend wie die Wörter "Bedeutung" oder "über".

Wenn Form das ist, was man halten kann, und Inhalt das ist, worauf man anspielen kann, ist Kontext das, was etwas verändert. Den Schwerpunkt auf den Event zu legen, führt nicht nur zur Infragestellung des Primats des Objekts, sondern verlagert die Aufmerksamkeit von der Produktion hin zur Verbreitung und erweitert so auch den Zuständigkeitsbereich der künstlerischen Handlungsfähigkeit selbst.

Man könnte bei einer solchen Betonung des Events denken, sie sei nur an den immateriellen Komponenten einer Arbeit interessiert und reduziere sie auf ihre industriellen und ökonomischen Elemente. Doch da das Event für sich allein nicht existiert, ist es nach wie vor das materielle Objekt, das sich da repräsentiert, auch dann, wenn es weggenommen wird.

Anders als bei der Offenlegung der Mittel geht es in der Nutzung des Event-Begriffs darum, materiell und strukturell zu durchdenken, was opak und unfassbar ist. Das Event ist nichts, was "offengelegt" werden muss, weil der Aspekt seiner Offensichtlichkeit nichts zum Wert beiträgt.

Wenn etwas aus dem Rahmen entfernt wird, gerät der Hintergrund in den Fokus. Wenn dem Hintergrund etwas hinzugefügt wird, gerät der Rahmen in den Fokus.

Von einem Event anstatt von einem Objekt zu sprechen bedeutet, sich mit dem zu befassen, was bisher nicht sichtbar und vielleicht auch nicht messbar war – es ist eine Dichte und Undurchlässigkeit, die nichts mit jener der Vorläufer zu tun hat, weder der Opakheit der Wahrnehmung noch jener der Zeit.

Der Austausch entsteht an dem Punkt, wo man die Opakheit zulässt oder sich selbst überlässt, sowohl auf Aufbruch und als auch auf Erlösung verzichtet. All das bedeutet nicht, dass eine Beziehung verhindert wird, sondern dass der Austausch beginnt.

Der Text wurde in Auftrag gegeben für "Exchange", Ghislaine Leung im Flat Time House, London, 2013, mit Werken von Lynda Benglis, Patricia L. Boyd, Marc Camille Chaimowicz, John Latham, Robert Morris, Hollis Frampton, Ian White und H.D.

Original erschienen in: Ghislaine Leung, Partners, Cell Project Space, London, 2018.

Übersetzung aus dem Englischen: Nikolaus G. Schneider und Susanne Titz


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in memoriam

"where do we go from here?" (Robert Filliou), *1

Erik Andersch, Eröffnung der Ausstellung Robert Filliou, Galerie Magers, Bonn 1972, SAMMLUNG/ARCHIV ANDERSCH im Museum Abteiberg, Foto: Dorothee Andersch
Erik Andersch, Eröffnung der Ausstellung Robert Filliou, Galerie Magers, Bonn 1972
Sammlung/Archiv Andersch im Museum Abteiberg
Foto: Dorothee Andersch


Das Team des Museums Abteiberg nahm in den vergangenen Monaten Abschied von Dorothee und Erik Andersch.

Sie waren besondere Unterstützer der Künste und Künstler*innen ihrer Zeit. In enger Freundschaft etwa zu George Brecht, Robert Filliou, Dorothy Iannone, Takako Saito und vielen anderen bauten die Anderschs ab 1968 eine der heute bedeutendsten Kollektionen zu Fluxus und benachbarten Künsten auf. Dabei waren Kunst und Alltag für sie stets unmittelbar und untrennbar mit einander verbunden.


Dorothee Andersch mit George Brecht, Marcel und Martin Andersch, Düsseldorf 1973
Sammlung/Archiv Andersch im Museum Abteiberg
Foto: Erik Andersch


Wir danken Dorothee und Erik Andersch für ihre wichtige Rolle für das "Eternal Network" und ihre langjährige Mitgliedschaft im Museumsverein. Insbesondere bedanken wir uns aber auch für ihr Vertrauen, dem Museum Abteiberg ihr einzigartiges Konvolut zu übergeben:

Sammlung/Archiv Andersch im Museum Abteiberg bildet eine einmalige Erweiterung der museumseigenen Bestände und verleiht der ständigen Sammlung nicht nur durch zeithistorisches und dokumentarisches Material mehr Kontext und Tiefe.

Mit dem Werkstattbericht Sammlung/Archiv Andersch (Beuys) stellt das Museum erstmalig Bestände aus der Kollektion in einem größeren Rahmen vor. In der begleitenden Broschüre würdigt ein Text von Susanne Rennert ausführlich das Sammlerpaar Andersch.

*1 Zit. nach: Ample Food for Stupid Thought, 1965, Herausgeber: Something Else Presse, New York/Köln/Paris, Sammlung/Archiv Andersch im Museum Abteiberg Mönchengladbach


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Claes Oldenburg – Soft Inverted Q

Mit einem Spinnkran wird die 3,6 t schwere Plastik zusammen mit der Eisenplatte aus dem Skulpturengarten gehoben. Foto: Nicola Diels, 2019
Mit einem Spinnkran wird die 3,6 Tonnen schwere Plastik zusammen mit der Eisenplatte aus dem Skulpturengarten gehoben
Foto: Nicola Diels, 2019


Den meisten Besucher*innen und Freund*innen des Museum Abteiberg dürfte sie bekannt sein: die fast zwei Meter hohe pinkfarbene Plastik Soft Inverted Q des Künstlers Claes Oldenburg. Sie konnte 1980 im Rahmen von Kunst am Bau erworben werden und befindet sich seit den 80er Jahren im museumseigenen Skulpturenpark.

Klimaeinflüsse, natürliche Alterung und Vandalismus führten dazu, dass starke Schäden im Gesamtgefüge des Kunstwerks auftraten. Nach intensiven Recherchen und Untersuchungen wurde ein umfangreiches und innovatives Restaurierungskonzept erarbeitet, welches mit Hilfe des "Förderprogramms NRW" und dem Verband der Restauratoren realisiert werden konnte.

Mit einem Profometer wird zerstörungsfrei verortet, wo sich die metallenen Bewährungsstäbe der Plastik befinden. Foto: Christine Adolphs, 2019
Mit einem Profometer wird zerstörungsfrei verortet, wo sich die metallenen Bewährungsstäbe der Plastik befinden
Foto: Christine Adolphs, 2019


Nach der Demontage der Plastik aus dem Skulpturengarten 2019 wurde der Betonkern saniert und seine Unterseite isoliert. Anschließend wurde die pinke Fassung im original Oldenburg Plum neu aufgetragen, die Stahlplatte korrosionsbehandelt sowie an der Unterseite der Plastik wiedermontiert.


Durch ein spezielles Strahlverfahren wird die alte, aus dem Jahr 2007 stammende Kunststoffbeschichtung entfernt. Foto: Jürgen Blach, 2020


Auf den Tag genau konnte die 3,6 Tonnen schwere Außenplastik, nach exakt zwei Jahren Restaurierungsmaßnahmen, im Mai 2021 an ihren ursprünglichen, künstlerintendierten Standort im Skulpturengarten zurückkehren. Hier ruht Soft Inverted Q nun auf den Reisterrassen und versinnbildlicht die typischen Inhalte der Pop Art, die Claes Oldenburg in seiner unverwechselbaren künstlerischen Handschrift in ihr umgesetzt hat.

Nach dem Entfernen der farbigen Fassung werden lose Betonreste abgenommen. Entstandene Fehlstellen und Unebenheiten werden aufgespachtelt. Foto: Jürgen Blach, 2020
Nach dem Entfernen der farbigen Fassung werden lose Betonreste abgenommen. Entstandene Fehlstellen und Unebenheiten werden aufgespachtelt
Foto: Jürgen Blach, 2020

1972 wurde der Künstler eingeladen, für den Park der Stadtbibliothek in Akron (USA) eine Außenplastik zu gestalten. Inspiriert durch die ehemals in Akron ansässige Gummi-Industrie und die unmittelbare Nähe zur Bibliothek, versuchte er in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Goodyear ein Kunstwerk zu erschaffen, das eine Symbiose aus Autoreifen und Buchstaben bilden sollte: das umgedrehte "Q".

Die Arbeit erhielt eine helle, höhenausgleichende Grundierung. Danach konnte mit dem farbigen Beschichten begonnen werden. Foto: Jürgen Blach, 2020
Die Arbeit erhielt eine helle, höhenausgleichende Grundierung. Danach konnte mit dem farbigen Beschichten begonnen werden
Foto: Jürgen Blach, 2020


Umgedreht deshalb, damit das Q-Häkchen eindeutig zu erkennen und damit der Buchstabe klar zu identifizieren ist. Ursprünglich sollte die Plastik aus Gummi hergestellt werden, doch scheiterte diese Herstellungstechnik.

So wählte Oldenburg das Material Beton und entwickelte mit dem US-Farbunternehmen TNEMEC einen individuellen Farbton, der nach dem Künstler "Oldenburg Plum" benannt wurde und den "soften" wie auch poppigen Charakter des Kunstwerks wesentlich unterstreicht.

Übrigens: Am 10. Oktober findet der 4. Internationale Tag der Restaurierung statt, an dem sich auch das Museum Abteiberg beteiligt. Weitere Hinweise hierzu finden Sie auf der Homepage des Museums: www.museum-abteiberg.de
(CA)


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Kurse für Kinder und Jugendliche in den Herbstferien 2021

Christiane Behr, Lichterkugeln, Foto: Christiane Behr
Christiane Behr, Lichterkugeln
Foto: Christiane Behr


In den Herbstferien lädt die Künstlerin Christiane Behr Kinder und Jugendliche zu einem stadtgestalterischen Projekt ein. Es werden Lichtkugeln gestaltet, die anschließend entlang der Hindenburgstraße zu einer Lichterkette verknüpft und damit Teil eines großen Kunstprojekts werden.

Auch Joseph Beuys hat mit seinem vielfach zitierten Satz "Jeder Mensch ist ein Künstler" die schöpferischen Fähigkeiten eines jeden Menschen hervorgehoben, durch die das eigene Leben und das Zusammenleben gestaltet werden können.

In der zweiten Ferienwoche bietet der Medienkünstler Kai Welf Hoyme Sound-Workshops an. Ausgehend von Farbklängen in Kunstwerken werden mit Alltagsgeräuschen, der eigenen Stimme oder mit selbst erzeugten Klängen eigene Kompositionen entstehen. (HR)



Kurs 1
STADTGESTALTER KIDS

für Kinder von 6 bis 10 Jahren
12. – 15. Oktober, 11 – 13 Uhr
Teilnahmezahl: max. 8 / kostenfrei / mit Anmeldung



Kurs 2
KREATIVE STADTGESTALTER*INNEN

für Jugendliche ab 11 Jahren
12. – 15. Oktober, 14 – 16 Uhr
Teilnahmezahl: max. 8 / kostenfrei / mit Anmeldung

Gefördert durch das Quartiersmanagement Gladbach & Westend, dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Städtebauförderung von Bund, Ländern und Gemeinden sowie dem Bundesministerium des Inneren für Bau und Heimat



Kurs 3
KLANGFARBEN

für Kinder von 6 bis 10 Jahren
19. – 22. Oktober, 11 – 13 Uhr
Teilnahmezahl: max. 8 / Kosten: 32 EUR, mit Anmeldung



Kurs 4
MIT KLÄNGEN KUNST MACHEN
für Jugendliche ab 11 Jahren
19. – 22. Oktober, 14 – 17 Uhr
Teilnahmezahl: max. 8 / Kosten: 50 EUR, mit Anmeldung



Anmeldung:

Über das Buchungsportal unter Service www.museum-abteiberg.de, alternativ unter Telefon 02161 252636 oder per E-Mail an Henrike Robert, robert@museum-abteiberg.de

Bezahlung an der Museumskasse zu Beginn des Kurses.

Ermäßigung für Kinder und Jugendliche aus förderungsfähigen Familien. Die Kosten für Anspruchsberechtigte können gegebenenfalls im Rahmen des Bildungspaketes übernommen werden.

Die Angebote werden an die aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen angepasst.

Alle Kurse finden statt im Museum Abteiberg, Abteistraße 27 / Johannes-Cladders-Platz, 41061 Mönchengladbach.


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Programm im Überblick
Vorschau September / Oktober / November 2021

(unter Vorbehalt – abweichende Informationen folgen digital und/oder per gesonderter Einladung)


I. Exkursionen


12. November 2021
Ausstellungsbesuch Klaus Schmitt
Citykirche Mönchengladbach

II. Führungen

jeweils sonntags 11.30 Uhr
Treffpunkt: Foyer Museum Abteiberg

19. September, 11.30 + 14:00 Uhr
Ghislaine Leung. Portraits
Werkstattbericht Sammlung/Archiv Andersch (Beuys)
mit Eva Caroline Eick

17. Oktober 2021
Werkstattbericht Sammlung/Archiv Andersch (Beuys)
Kuratorinnenführung mit Denise Wegener

21. November 2021
Ghislaine Leung. Portraits
Kuratorenführung mit Haris Giannouras

III. Ausstellungen

3. Juni — 21. November 2021
Institutionskritik: Das Museum als Ort der permanenten Konferenz (J.B.).

3. Juni — 21. November 2021
Ghislaine Leung. Portraits

3. Juni bis auf Weiteres
Werkstattbericht. Sammlung/Archiv Andersch (Beuys)

26. September 2021 – 13. Februar 2022
Schenkung Outset. KW Production Series im Museum Abteiberg
Andrea Büttner, Jamie Crewe, Beatrice Gibson, Onyeka Igwe, Lin & Lam, Rachel O'Reilly
Eröffnung: Sonntag, 26. September, 12 Uhr

IV. Weitere Veranstaltungen

5. September 2021
Erster Sonntag (Freier Eintritt)
Programm für Kinder und Erwachsene

16. September 2021
Dritter Donnerstag, 18 Uhr
Ausstellungsgespräche Werkstattbericht Sammlung/Archiv Andersch (Beuys)
Felicia Rappe und Denise Wegener, Kuratorinnen der Ausstellung
Jour Fixe der MG_Artfriends

Sonntag, 19.9.2021
Filmnachmittag im Museum Abteiberg
Berwick Street Collective: Nightcleaners, 1975
16 mm-Film, gezeigt als HD-Video, 90 Minuten, OV (Englisch)
Veranstalter: Die Neuen Auftraggeber
15:00 Uhr

Sonntag, 26.9.2021
Filmnachmittag im Museum Abteiberg
Andrea Büttner: What is so terrible about craft? / Die Produkte der menschlichen Hand, 2019
Zweikanal-Video, Ton, 34 Minuten, (mit englischen Untertiteln)
Rosalind Nashashibi: Vivian’s Garden, 2017
16 mm-Film, gezeigt als HD-Video, Farbe/Ton, 29:50 Minuten, OV (Englisch, Deutsch)
Maya Schweizer: Voices and Shells, 2020 Video, Farbe, 18 Minuten, OV (Französisch mit englischen und deutschen Untertiteln)
15:00 Uhr

3. Oktober 2021
Erster Sonntag (Freier Eintritt)
Programm für Kinder und Erwachsene

7. Oktober 2021
Jahreshauptversammlung des Museumsvereins
19:30 Uhr

10. Oktober 2021
Tag der Restaurierung

21. Oktober 2021
Dritter Donnerstag, 18 Uhr
Ausstellungsgespräche Werkstattbericht Sammlung/Archiv Andersch (Beuys)
Susanne Rennert, wissenschaftliche Beraterin SAMMLUNG/ARCHIV ANDERSCH und Susanne Titz, Direktorin Museum Abteiberg
& Jour Fixe der MG_Artfriends

7. November 2021
Erster Sonntag (Freier Eintritt)
Programm für Kinder und Erwachsene

18. November 2021
Dritter Donnerstag
Jour Fixe der MG_Artfriends


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Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach

Öffnungszeiten des Museums

Dienstag - Freitag 11:00 - 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 11:00 - 18:00 Uhr
An jedem 3. Donnerstag im Monat: 11:00 - 22:00 Uhr

Museumscafe
11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (Automatenbetrieb)

Auf Grund der aktuellen Hygiene-Situation nicht im Betrieb.

Skulpturengarten:

Montag bis Freitag: 11:00 – 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 11:00 – 18:00 Uhr

Bei Schnee und Eis bleibt der Skulpturengarten geschlossen.

Museumsverein

Die Mitgliedschaft ermöglicht freien Eintritt zu den Museen in Mönchengladbach, Informationen und Einladungen zu den Aktivitäten des Museums und des Museumsvereins; freien Eintritt zu Veranstaltungen; kostenlosen Bezug der Mitteilungen; Berechtigung zur Teilnahme an Exkursionen und zum Erwerb von Jahresgaben. Möglichkeit des Beitritts in den Förderkreis des Museumsvereins.

Jahresbeitrag 40 Euro, Zweitkarte 20 Euro Ermäßigungen 15 Euro
Firmenmitgliedschaft 400 Euro, Förderkreismitgliedschaft 250 – 1.000 Euro


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Impressum


Herausgeber:
Museumsverein Abteiberg e.V.

Redaktion: Dr. Christian Krausch

Beiträge: Haris Giannouras (HG), Christine Adolphs (CA), Julia Kasten (JK), Dr. Christian Krausch (CK), Dr. Felicia Rappe (FR), Henrike Robert (HR), Susanne Titz (ST), Denise Wegener (DW)

Anschrift:

Museumsverein Abteiberg e.V.
Abteistraße 27 / Johannes-Cladders-Platz
41061 Mönchengladbach

Telefon: +49 2161 252647
Telefax: +49 2161 252659
Hotline: 0177 – 7368528 (bei Tagesfahrten)

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9:00 - 13:00 Uhr
sonst Anrufbeantworter

Geschäftsführer: Dr. Christian Krausch

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Dr. Christian Krausch (Anschrift wie oben)

E-Mail-Adresse: info@mv-mg.de

Amtsgericht Mönchengladbach, Vereinsregister: Nr. 825

Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 121 5786 0072


Bankverbindungen
Stadtsparkasse Mönchengladbach

IBAN: DE44 3105 0000 0000 0610 10
SWIFT-BIC: MGLSDE33

Gladbacher Bank

IBAN: DE89 310601810003597016
SWIFT-BIC: GENO DE D1 GBM


Vorstand des Museumsvereins Abteiberg e.V.:

Dr. Carsten Christmann (Vorsitzender)
Uwe Hillekamp
Ulla Driescher
Dirk Kniebaum
Susanne Titz


Ehrenvorstand des Museumsvereins Abteiberg e.V.:

Prof. Dr. Johannes Cladders †


Beirat des Museumsvereins Abteiberg e.V.:

Elke Backes
Robert Bückmann
Caroline Eick
Dr. Klaus Gronen
Dr. Detlef Irmen
Thomas W. Kuhn
Irma Kurtsiefer
Melanie Söllner
Eugen Viehof


Konzept, Gestaltung, Programmierung und Redaktion der Online-Ausgabe:

Thomas W. Kuhn

Die Verantwortung für Vorträge und Veranstaltungen trägt das Museum.

In den freien Beiträgen kommen die persönlichen Ansichten der Verfasser zum Ausdruck.


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